Donnerstag, 19. April 2018

[Rezension] "Die Stille meiner Worte" von Ava Reed


Der erste Satz:
„All die ungesagten Worte in mir sind Verständnis und Unverständnis zugleich, sie sind Einsamkeit und Gesellschaft, sie sind mein Gefängnis und meine Freiheit.“ (Quelle: „Die Stille meiner Worte“)

Meinung:
Am liebsten lese ich Bücher, die in der dritten Person im Präteritum geschrieben sind. Als ich gesehen habe, dass es bei „Die Stille meiner Worte“ das genaue Gegenteil ist, nämlich erste Person und Präsens, stand ich dem Buch zunächst mit einer gewissen Skepsis gegenüber – die ziemlich schnell zunichtegemacht wurde.

Die Einblicke in die wechselnden Gedanken von Hannah und Levi sind genau das, was dieses einfühlsame Buch braucht, um die Leser zu berühren und mitzunehmen. Hannah leidet und der Leser gleich mit, denn Ava Reed beschreibt die Gedanken und Gefühle ihrer Protagonistin intensiv und fesselnd. Auch die Idee...
mit Sankt Anna gefällt mir sehr gut; ohne hier zu viel verraten zu wollen sage ich, dass es solche Orte öfter geben sollte. Sensibel beschreibt Ava Reed die Probleme der dortigen
Teilnehmer, die so unterschiedlich und vielfältig sind wie die Menschen, die sie zu tragen haben. Ich denke, jeder Leser kann sich mit der ein oder anderen Eigenschaft eines der Charaktere identifizieren. Levi ist auch ein optisches Highlight, mit dem sich sicher viele Leser anfreunden können – entspricht er doch dem Bild des sensiblen Bad Boys. Die Dynamik zwischen ihm und Hannah ist interessant und bezieht den Leser dadurch, dass er die Gedanken beider Protagonisten verfolgen kann, gut mit ein. Das i-Tüpfelchen der Geschichte ist aber der Kater Mo, der Hannah treu begleitet und auch für einige Lacher bei den Lesern sorgt.
Was mir gut gefallen hat ist Hannahs Gefühl von Heimat, als sie die Frankfurter Skyline sieht – als südhessisches Mädchen geht es mir nämlich ganz genauso. Ein wenig irritierend fand ich, dass sowohl Hannah als auch ihre Eltern selbst sich als „Mum“ und „Dad“ bezeichnen; für eine Geschichte, die in Deutschland spielt, ungewöhnlich und vor allem in der Generation ihrer Eltern auch eher unüblich. Ansonsten ist „Die Stille meiner Worte“ aber ein wunderschönes und lesenswertes Buch mit einem Ende, das den Leser auch zufriedenstellt – das ist ja immer wichtig. Mein bisheriges Highlight von Ava Reed!

Fazit:
Mein bisheriges Highlight von Ava Reed!
Dafür gibt es von mir 4,5 Sterne!



P.S.: Wie ihr auf dem Foto sehen könnt, liegen hier zwei Ausgaben von „Die Stille meiner Worte“. Das signierte Leseexemplar bleibt natürlich bei mir, aber das zweite Buch darf in den nächsten Wochen bei einem von euch einziehen! Haltet die Augen offen, eine Verlosung steht an ;)
- Bine


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Allgemeines:
Titel: Die Stille meiner Worte
Autorin: Ava Reed
Verlag: Ueberreuter Verlag
Genre: Drama/Young Adult
Seiten: 320
Buchart: Hardcover / eBook
ISBN: 978-3-7641-7079-0/ 978-3-7641-9214-3
Preis: 16,95 € / 14,99€  
Erscheinungsdatum: 09.03.2018


Klappentext:
Hannah hat ihre Worte verloren. In der Nacht, als ihre Zwillingsschwester Izzy ums Leben kam. Wer soll nun ihre Gedanken weiterdenken, ihre Sätze beenden und ihr Lachen vervollständigen? Niemand kann das. Egal, was Hannahs Eltern versuchen, sie schweigt.
Um Izzy nicht loslassen zu müssen, schreibt sie ihr Briefe. Schreibt und verbrennt sie. Immer wieder.
Hannah kann der Stille ihrer Worte nicht entkommen. Bis sie Levi trifft, der mit aller Macht versucht herauszufinden, wer sie wirklich ist …
(Quelle: amazon.de)

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Über die Autorin:
Ava Reed wird schon immer von Büchern begleitet. Das Haus ohne etwas zu lesen verlassen? Unvorstellbar. Schließlich entdeckte sie auch das Schreiben und Bloggen (www.avareed.blogspot.de) für sich und kann sich nicht vorstellen, je wieder damit aufzuhören. Wenn sie nicht gerade wild in die Tasten tippt, geht sie ihrer Arbeit in einem Verlag nach. Ava Reed lebt mit ihrem Freund in Frankfurt am Main. (Quelle: amazon.de)