Montag, 6. Juni 2016

Rezension "Götter" von Will Hofmann




Allgemeines:

Titel: Götter
Autor: Will Hofmann
Verlag: Fabulus-Verlag
Genre: Roman
Buchart: Hardcover
Seiten: 400 Seiten
Preis: 19,95€

Erscheinungsdatum: Februar 2016





Kurzbeschreibung:
Agnes ist mit vielen anderen Frauen in einem Lager gefangen, dort gibt es strenge Abläufe und es darf nur das getan oder gelernt werden, was die „Götter“ für richtig halten. Allerdings ist Agnes anders als die anderen Frauen im Lager, sie ist neugierig und fängt heimlich Mäuse und hält sie als Haustiere. Sie stellt fest, dass es optische Unterschiede bei den Mäusen gibt, die einen haben 8 Zitzen aber die anderen nicht. Als die Mäuse dann noch Nachwuchs bekommen, erkennt sie, dass die „Götter“ ihnen einiges verschwiegen haben. Sie beginnt heimlich weitere Tiere einzufangen und nachzuforschen, ob es bei allen gleich ist.
Eines Tages wird sie von Vera, einer Mitbewohnerin beobachtet, die das Gesehene der Aufseherin erzählt, woraufhin Agnes zum Tode verurteilt wird.
Agnes schafft es mit einem Trick zu überleben und schafft es aus dem Lager rauszukommen, wo sie nach einiger Zeit auf Günter trifft, der ihr Weltbild erneut auf den Kopf stellt.
Es geht aber nicht nur um Agnes und Günter, sondern auch um 2 weitere Schicksale, Rudolph und Clemens.
Die Schicksale von Agnes, Clemens und Rudolph könnten nicht unterschiedlicher sein und dennoch haben sie eines gemeinsam, alle 3 lassen sich nicht unterkriegen.
Rudolph ist im Internat, er hat immer nur Unfug im Kopf und wird getadelt, bis sein Vater ihm nach einer Suspendierung ins Gewissen redet und ihn in das Familiengeheimnis einweiht.
Clemens wächst im Heim auf und gerät danach sehr schnell auf die schiefe Bahn, bis er auf eine Sekte Namens „Streber“ trifft.
Wie wird es mit Agnes und Günter weiter gehen?
Was haben Rudolph und Clemens mit ihrer Geschichte zu tun?
Und auf welche Weise lassen sich die einzelnen Handlungsstränge miteinander verbinden?


Meinung:
In „Götter“ erzählt Will Hofmann die Geschichte von 3 Schicksalen, dessen Handlungsstränge nach und nach auf zum Teil erschreckende Art und Weise zusammen laufen.
Aufgrund des Klappentextes hatte ich eine etwas andere Vorstellung des Buches, mir war nicht bewusst, dass es sich um mehrere Handlungsstränge handelt. Ich vermute deswegen hat es auch ein paar Abschnitte gebraucht bis ich in dem Buch angekommen war, dann allerdings hatte es mich gepackt und ich war neugierig, wie sich am Ende alles zusammen fügen würde und vor allem, wie sich die 3 unterschiedlichen Charaktere entwickeln werden. Zudem war es sehr schwer vorauszuahnen was passieren wird, wodurch ich des Öfteren überrascht wurde und auch mehr als einmal einen „AHA“-Effekt hatte.
Den Schreibstil selbst empfand ich als sehr angenehm und flüssig zu lesen.
Zu den einzelnen Charakteren:
Agnes finde ich am eindrucksvollsten, denn sie geht ihrer Neugier nach und versucht die Welt mit den ihr gegebenen Mitteln zu erforschen. Sie ist sehr Intelligent und begreift sehr schnell auch komplexere Vorgänge, womit sie letztlich auch die Vollstreckung ihrer Todesstrafe überlebt (aber ich möchte an dieser Stelle natürlich nicht zu viel verraten). Es ist einfach interessant Agnes Entwicklung zu verfolgen.
Rudolph ist mir zu Beginn des Buches nicht ganz unsympathisch. Er ist einfach ein Junge, der nur Flausen im Kopf hat. Mit jedem weiteren Teil seiner Geschichte änderte sich das allerdings schnell, sodass ich am Ende nur noch Verachtung für ihn übrig hatte.
Clemens war ich hingegen zu Beginn eher skeptisch gegenüber. Er ist kriminell und auch durch sein Verhalten empfand ich wenig Mitgefühl für ihn. Mittlerweile gehört er aber zu einem meiner Lieblingscharaktere des Buches.
Günter ist recht unscheinbar und lässt sich gerne von Agnes führen und die „Neue Welt“ erklären. Auch er ist trotz seiner vorherigen Lebensumstände sehr weltoffen und lernt sehr schnell.
„Götter“ ist ein Buch, das zum Nachdenken anregt. Ist es tatsächlich möglich, innerhalb Deutschlands, solche Lager zu errichten? Könnte ich mich so schnell in eine mir zuvor unbekannte Gesellschaft einfügen?...


Fazit:
Ich bin auf viele bewegende Schicksale gestoßen, die mich auch nach der letzten Seite von „Götter“ noch nicht sofort los gelassen haben.

Hier gehts zum Buch

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Copyright Fabulus-Verlag
Über den Autor:
Geboren 1949 im Taunus. Arzt für Allgemeinmedizin und Psychiatrie mit 20-jähriger Praxiserfahrung in Berlin- Neukölln. Er begann in seinen Jugendjahren zu schreiben. Erste Veröffentlichungen 1979 »Da läuft was aus« als SelfPublisher und 2011, »Abenteuermond« – ein Kinder-Science Fiction. Bei Kindle bisher erscheinen: »Oktan«, »Das Licht«, »Million Dollar Jucken« und »Glückwunsch zum Geburtstag, Zombie«. Will Hofmann ist inspiriert von Edgar Alan Poe, Guy de Maupassant, Stanislaw Lem und vielen anderen, also von den Bereichen Grusel, Fantasy und Science Fiction. Seine Werke lassen sich deshalb diesen Genres zuordnen. Daneben entstanden zahlreiche Skripts für den Unterricht an Kranken- und Altenpflegeschulen sowie Info-Broschüren zu unterschiedlichen medizinischen Themen für Patienten. Durch seine wissenschaftliche Ausbildung und pädagogische Praxis vermag es Will Hofmann, komplexe Zusammenhänge anschaulich darzustellen. Die fantastischen Theorien in den Romanen wirken glaubhaft, nachvollziehbar und geben den Geschichten ihren besonderen Reiz.
Quelle: http://www.fabulus-verlag.de/autoren/will-hofmann


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